Warum ich die GRÜNEN wähle…..

Das Jahr 2021 ist für Deutschland ein Jahr der Weichenstellung. Wir müssen es als Land und darüber hinaus schaffen, eine nie da gewesene Krise zu meistern. Ich gehe mal davon aus, dass ich inhaltlich nicht erklären muss, worum es geht, das können andere besser. In dem zitierten Link steht gleich am Anfang: DIE FÜNF KERNINFOS ZUM KLIMAWANDEL IN NUR 20 WORTEN:

1. er ist real. 2. Wir sind die Ursache. 3. Er ist gefährlich. 4. Die Fachleute sind sich einig. 5. Wir können noch etwas tun.

Das ist die Basis auf der ich arbeite. (Für den Fall, dass Ihr / Sie das anders seht, könnt ihr hier aufhören zu lesen.)

Ich nehme die Punkte sehr ernst und möchte an dieser Stelle noch kurz zwei Personen zitieren, die das ganze sehr viel griffiger formulieren können:

https://www.youtube.com/watch?v=Mp3z9z3Ecv4

https://www.youtube.com/watch?v=qfsqB42UwzU

Ich ziehe meine Hoffnung aus dem Punkt 5. Wir können noch etwas tun.

Aber wir haben nicht mehr viel Zeit. In den nächsten 10 Jahren müssen(!) wir eine Transformation hinbekommen, die sich gewaschen hat. Das einzige, was wir nicht haben ist Zeit.

Und es gibt (leider) auch Anzeichen dass einzelne Kipppunkte schon erreicht sind oder kurz bevor stehen. Wie Maja Göpel es gesagt hat: “grundsätzlich veränderte Lebensumstände” und ich denke ein 7 Meter höherer Meeresspiegel kann man durchaus als “grundsätzlich verändert” ansehen. Einen Vorgeschmack auf die Veränderungen sehen wir ja gerade im Westen der USA, der Dürre hier in Brandenburg und in den zunehmend heftigen Unwettern bei uns.

Das ist also meine Ausgangssituation. Aber, wie gesagt, wir haben es (noch) in der Hand.

Wir, das ist eine Gesellschaft, die in Deutschland eine Demokratie ist und die alle 4 Jahre im Zuge von Wahlen neu bestimmt, wer die politische Verantwortung im Land haben soll. In ca. 90 Tagen ist es wieder soweit.

Ich habe nun zwei Stimmen bei der Wahl und muss mir überlegen, wem ich sie gebe, damit sie einen möglichst großen Effekt für meine Interessen haben. Mein Interesse ist das eigene Überleben (und das meiner Familie, Freunde etc.) im Hinblick auf die oben genannte Krise und eine im Großen und Ganzen progressive, weltoffene, demokratische Gesellschaft.

Wenn ich mir jetzt so die wichtigsten Kandidaten anschaue, sehe ich folgendes:

CDU/CSU Die aktuell regierende Partei, die seit 16 Jahren die Kanzlerin stellt, ist aus meiner Sicht leer und ausgelaugt. Das Land wird gerade so verwaltet und alle wirklich drängenden Probleme werden mit ganz viel Zögern und zum Teil sogar Widerwillen angegangen [Ein besonders bitteres Beispiel: Bermudadreieck der Klimaschmutzlobby] . Keine wirklich innere Motivation, das Land zu gestalten. Konservativ halt. Es sind etliche Texte hierzu geschrieben worden, ich empfehle u.a. die von Bernd Ulrich in der ZEIT.

Diese ausgelaugte Partei tritt nun an, um das Land in der Bewältigung der größten Menschheitskrise zu führen, von der ein Herr Schäuble sagt: “Wir haben schon ganz andere Krisen gemanagt” (Nein, haben wir nicht) und Teile am rechten Rand (Maaßen) die Existenz der Krise leugnen und die Pressefreiheit angreifen. Das soeben vorgelegte “Wahlprogramm” ist im Angesicht der Herausforderungen eine Frechheit und erfüllt in meinen Augen den Tatbestand der Arbeitsverweigerung. Obendrauf hat man sich von Lobbyisten durchgefüttern lassen, die fortschreitende gesellschaftliche Schieflage gelinde gesagt ignoriert oder mit Rezepten aus den 50er Jahren versucht zu beheben. Wenn dann Gerichte einem die Leviten lesen (Klimaurteil des BVerG) tut man so, als hätte man mit dem ganzen Kram nix zu tun. Personell tritt die CDU/CSU mit Leuten wie Scheuer, Klöckner, Bareiß, Pfeiffer und Co. an und halbwegs vernünftige wie Herr Röttgen oder die Klimaunion sind zu schwach, um einen Unterschied zu machen. Zu allem Überfluss ist die Wahlkampfstrategie der CDU in erster Linie “Schlammcatchen”, anstatt einem Wettstreit der Ideen.

SPD Seit Jahren Mehrheitsbeschafferin in der GroKo, die sich von der CDU am Nasenring durch die Arena führen lässt, alle sinnvollen Gesetze werden von der CDU ausgebremst (Tierwohl, Kinderrechte, Lobbyregister, ….) und dann stimmt die SPD noch wenige Monate vor der Wahl für den Staatstrojaner. Ich verstehe die Strategie nicht und auch Leute wie Kühnert oder Schulze dringen nicht durch. Das ganze in einer Situation, wo es eine starke, linke, demokratische Politik bräuchte.

FDP 2017 sich aus dem Staub gemacht, z.T. gute Leute und wichtige liberale Ideen, aber im Großen ganzen immer noch den Vibe von Mövenpick, zum teil JuLi’s die einfach unterirdisch sind (Ben Brechtken) und Landespolitiker, die als ersten(!) Satz im ersten (!) Gespräch am Wahlsonntag der Förderung von E-Fuels das Wort reden. Und von Kemmerich habe ich noch gar nicht angefangen.

Linke Zum Teil gute Leute (Henning-Wellsow, Ramelow) aber auch Wagenknecht , die gegen die eigene Partei schiesst. Inhaltlich gute Ideen, aber grundsätzlich ein massives Problem mit Russland und der Position Deutschlands in Europa (auch hier ein guter Text in der ZEIT “Grün, Rot, tot”)

Alle anderen Parteien arbeiten entweder nicht im Rahmen des demokratischen Grundkonsens’ der Gesellschaft (AfD) oder sind zu klein, um jetzt(!) eine echte Machtoption zu haben (z.B. Volt, Klimaliste)

Wenn ich mir jetzt das Portfolio also anschaue, und mich frage wo ich die größten Übereinstimmungen habe, komme ich immer wieder zu den GRÜNEN.

Die GRÜNEN sind aus meiner Perspektive die einzige(!) Partei, die die Dramatik der Situation, in der wir als Land stecken wirklich verstanden hat und gleichzeitig eine realistische Perspektive und gute Ideen zur Bewältigung hat. Die Grünen haben die Grenzen der Physik erkannt und akzeptiert und streben eine Transformation an, die langfristig uns (vielleicht) den Popo rettet und gleichzeitig niemanden zurücklässt. Darüber hinaus haben sie verschiedene andere gute Ideen ((Kinder)Grundsicherung, Cannabisfreigabe, Energiegeld, Angehen der Gerechtigkeitsschere, etc. ), die ich grundsätzlich gut finde. Das Programm hat aus meiner Sicht genau den richtigen Titel: Alles ist drin!

Die weiter oben angesprochenen Parteien haben zum Teil ähnliche Ansätze (bei der CDU erst auf Druck von außen und nicht aus eigenem Antrieb) aber in der Summe(!) sehe ich bei den Grünen das größte Potential. Es ist mir durchaus bewusst, dass die Grünen keine 50 % bekommen und extrem schwierige Koalitionsverhandlungen anstehen. Aber meine(!) Lösung aus dem Dilemma ist es, die Grünen so stark zu machen, wie nur irgend möglich, um ihren Ideen und ihrem Ansatz ein möglichst großes Gewicht zu verschaffen. Die GRÜNEN sind keine Heiligen und es gibt einiges daran zu kritisieren. Aber für mich(!) bieten sie in der Summe(!) das beste Paket für alle.

Anmerkungen zu Annalena Baerbock aufgrund ihres Lebenslaufes oder des Alters entgegne ich: ” Ist das(!) wirklich das Niveau, auf dem wir im Jahre 2021 Wahlkampf machen? Wegen eines Textes auf einer Website? Keine Regierungserfahrung ? Im Gegensatz zu einem Herrn Laschet? Wir stehen vor der größten Krise der Menschheit und anstatt um die besten Lösungen zu kämpfen, vertändeln wir unsere Zeit mit Textanalysen?”

Deswegen schreibe ich diesen Text und ich würde mich freuen, wenn ich Euch meine Perspektive ein wenig näherbringen konnte.

Das ganze ist meine Position und ich bin offen für andere Meinungen. Ich lade euch ein, mit mir zu diskutieren. Bei Rückfragen zu einzelnen Themen kann ich gerne auch weitere Informationen liefern. Dieses Angebot gilt nicht nur für Euch, sondern auch für Euer Umfeld. Wenn ihr mögt, könnt ihr den Text gerne weiterleiten.

Ich stehe unter wahlkampf@der-ge.org für weitere Gespräche zur Verfügung. Da ich keine Ahnung habe, welche Resonanz dieser Text haben wird, verspreche ich keine garantierten Antwortzeiten.

Danke für Eure Zeit und Aufmerksamkeit.

Georg Lösel

3 Kommentare

  1. Danke für diese Zusammenfassung, sie haben es kurz und bündig auf den Punkt gebracht. Hoffen wir, dass es ein haufen Menschen lesen knd entsprechend handeln! Viele Grüße Eva Zebisch

  2. Ich hätte es gut gefunden, ein, zwei kritische Punkte bei den Grünen zu benennen und dann zu sagen: trotzdem wählbar.

    1. Hallo, danke für die Anmerkung. Werde ich einarbeiten:
      – “keine” Regierungserfahrung
      – Kandidatin

      beides lässt sich gut argumentieren.

      Abgesehen davon wollte ich den Text relativ kurz halten, um das Lesen zu vereinfachen.
      Ich könnte zu jedem Thema sehr lange Texte schreiben 😉 Dieses Wissen muss dann bei Rückfragen genutzt werden.

      Gruß Georg

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